Yin Yoga

Yin-Yoga ist als Gegensatz zu den Muskel beanspruchenden Yang-Yoga-Stilen zu verstehen und erfährt derzeit im Zusammenhang mit Faszien Training große Aufmerksamkeit.

Während also die meisten bewegten Yoga Stile auf die Bearbeitung der Muskulatur abzielen, wird in dieser Yoga-Richtung das Yin-Gewebe, also die Gelenke, das Bindegewebe, die Bänder und sogar die Knochen bearbeitet. Wie jetzt? Gelenke und Knochen bearbeiten? Das klingt irgendwie gefährlich (oder nach archäologischer Ausgrabung). Ist es das aber tatsächlich? Ja und Nein.

Wie meistens im Leben kommt es darauf an, wie wir das machen. Im Yin-Yoga gibt es sehr spezielle Asanas und durch das lange und statische Halten dieser, fällt es leichter, nach innen zu gehen und auf den eigenen Körper zu hören.

Im Yin-Yoga werden die Asanas zwischen drei und sieben Minuten gehalten. Dieses lange Halten bewirkt vor allem zwei Dinge: Zum einen wird dem Körper Zeit gegeben, sich langsam zu öffnen und zum anderen tritt die Beschäftigung mit der eigenen Gedankenwelt in den Vordergrund.

Während der Körper langsam nachgibt und alle nicht benötigten Muskeln losgelassen werden können, hat man Zeit emotionale Themen (die zweifellos auftauchen werden) zu bearbeiten oder gar in einen ruhigen, meditationsähnlichen Zustand zu gleiten.

Der langsame Übungsstil während den Stunden ermöglicht es, wachsam für den eigenen Zustand und die Signale des Körpers zu werden.

Yin-Yoga zielt auf unser tieferes Gewebe (Faszien, Bindegewebe, Gelenke,…) ab. Ist die Muskulatur nicht aufgewärmt, geben wir dem Körper die Chance, die Asanas tiefer wirken zu lassen. Die beste Zeit für Yin-Yoga ist demnach gleich nach dem Aufstehen oder vor dem zu Bett gehen.

Am Morgen ist der physiologische Nutzen am größten, am Abend, wenn unsere Muskeln bereits gedehnt sind, wirken die Übungen psychisch ausgleichend.

Der langsame Umgang mit dem Körper und die vielen Hilfsmittel machen eine Abgrenzung zu restorativem Yoga schwierig. Yin-Yoga zielt jedoch im Gegensatz zu restorativem Yoga nicht unbedingt auf Menschen mit Verletzungen ab, sondern versucht einen Ausgleich zum stressigen Alltag und anstrengenden Sportarten zu bieten. Psychischer Effekt!

Anders als in den dynamischen Yoga-Richtungen, gibt es im Yin-Yoga vergleichsweise wenige Asanas. Viele von ihnen werden im Sitzen ausgeführt und zielen auf unsere Hüftgelenke ab. Da die Positionen so lange gehalten werden, ist es besonders wichtig auf Kontraindikationen zu achten. Sarah Powers schlägt uns drei Tattvas für das Üben von Yin-Yoga-Asanas vor. Ein Tattva ist die Wahrheit, Natur oder Grundstruktur einer Sache.

  1. Beginne die Asana mit einer angemessenen Intensität. Wer nicht zu Beginn schon versucht das Maximum zu erreichen, gibt dem Körper die Möglichkeit weiter sanft in die Pose zu sinken.
  2. Beschließe in Stille zu verweilen. Hier geht es darum die feine Linie zwischen Hingabe und Selbstverletzung zu verstehen. Es ist eine Kunst, nicht jedem Bewegungsimpuls nachzugeben und trotzdem auf die eigene Grenze zu achten. Es gibt zwei Gründe, um sich zu bewegen: Schmerz – die Pose sollte gelockert bzw. aufgelöst werden und Öffnung– der Körper lädt uns ein, weiter in die Pose zu kommen.
  3. Halte die Pose eine Zeit lang. Während wir in bewegteren Yogastilen wenig Zeit haben Asanas voll zu entfalten, werden Asanas im Yin-Yoga zwischen einer und zwanzig Minuten gehalten. Mit ein wenig Yoga-Erfahrung sind drei bis fünf Minuten Die gehaltene Zeit ist für unser tiefer liegendes Yin-Gewebe wichtiger, als die Intensität mit der wir üben.

Yoga-Studios, die Yin-Yoga anbieten erkennt man meistens schon an dem vielem Yogazubehör, die dort zur Verfügung stehen: Gurte, Decken und Blöcke in allen möglichen Größen. Yin-Yoga-LehrerInnen sind wahre Meister, wenn es darum geht, aus diesen Utensilien Konstruktionen zu bauen, um so ihren SchülerInnen Entspannung bieten zu können.

Bezüglich deiner Yogakleidung ist ein `entspannter Zwiebel-Look´, die beste Wahl. Die Bündchen sollten nicht einschneiden und ihr solltet die Möglichkeit haben, euch zwischendurch an- oder auszuziehen, je nach dem wie fordernd die gehaltene Position ist.

(Quelle: asanayoga.de)

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